FAQ — Hardpipe
Warum nicht einfach VMware oder Nutanix verwenden?
DISA-STIG-Checklisten existieren für beide: Nutanix Acropolis STIG (NCP #1325, 03/2026) und mehrere Versionen von VMware vSphere. Das ist das Regelwerk. Aber weder Nutanix noch VMware veröffentlicht den tatsächlichen Scan-Bericht gegen diesen STIG: Die angekündigten Scores (90 %, 95 %) sind Marketing-Zahlen, nicht auditierbar. Hardpipe veröffentlicht den vollständigen HTML-OpenSCAP-Bericht — jede Regel, jedes PASS, jedes FAIL ist einsehbar. Sie können den Scan auf Ihrer eigenen ISO erneut durchführen und bestätigen.
Außerdem ist VMware Government / DoD eine US-Edition. Banner, Dokumentation und regulatorische Zuordnungen orientieren sich an US-Bundesanforderungen — nicht am EU-Rahmen (DSGVO, NIS2, RGS, HDS).
Warum Harvester und nicht oVirt, Proxmox oder ein Custom-Stack?
Harvester v1.8 vereint in einem einzigen Produkt:
- Natives Kubernetes (RKE2) — gleiche Steuerebene für VMs und Container
- SL Micro 6.2 — unveränderliches OS mit signiertem rootfs, ideal für Compliance
- SUSE upstream — europäischer (deutscher) Anbieter, Souveränität
- KubeVirt + Longhorn — bewährter CNCF-Stack, kein Lock-in
oVirt ist im Wartungsmodus. Proxmox ist nicht K8s-nativ. Ein Custom-Stack kostet Jahre der Entwicklung und hat keinen kommerziellen EU-Support.
Wie für ANSSI (RGS / SecNumCloud) qualifizieren?
Hardpipe liefert die technische Basis (gehärtetes OS, gehärtetes K8s, reproduzierbarer Scan). Die RGS-Qualifizierung erfordert zusätzlich:
- Drittprüfung durch ein CESTI
- Formale Sicherheitsdokumentation (Security Target, Schutzprofil)
- Penetrationstests
- Incident-Response-Prozess
Wir planen, Hardpipe 2027 zur ANSSI-Qualifizierung „Standard“ einzureichen, mit Zielrichtung „Verstärkt“ mittelfristig.
Wie beitragen?
- Upstream SUSE SSG: unsere OVAL-strict-Recipes können backportiert werden. Issue-Tracker:
https://github.com/ComplianceAsCode/content - Harvester upstream: SELinux-Fixes für KubeVirt / Longhorn sind für die gesamte Harvester-Community relevant. Offene Issues:
https://github.com/harvester/harvester/issues - Unser Repo: Zugriff auf Anfrage via Gitea.
Was ist der Unterschied zu Talos Linux oder Flatcar?
Talos und Flatcar sind unveränderliche Kubernetes-Betriebssysteme, liefern aber keinen HCI-Stack (kein integriertes KubeVirt + Longhorn, kein VM-Orchestrator). Hardpipe zielt auf den Anwendungsfall „VM + Container“ auf derselben Infrastruktur — Drop-in-Ersatz für vSphere.
Kann ich es heute produktiv einsetzen?
Hardpipe v29 ist Beta. Für kritische Produktion validieren:
- Lasttests auf Ihrer Hardware
- Validierung Ihrer Workloads (GPU-Treiber, vGPU, SR-IOV usw.)
- Erprobtes Upgrade-Verfahren auf Ihrem Ziel
Für PoC, Compliance-Tests oder Labs: einsatzbereit.
Welche Kosten?
- Software: Open Source (SUSE Virtualization unter SUSE EULA; der Hardpipe-Layer wird MIT/Apache sein)
- Support: optional über SUSE (Harvester-Support)
- Hardware: standardmäßige x86_64-Server (32+ Threads, 128+ GB RAM, SSD/NVMe). Keine Lizenzierung pro Socket oder pro VM wie bei VMware.
Wie ist die Performance-Auswirkung?
Die OS-Härtung fügt < 2 % Overhead hinzu (gemessen an synthetischen Benchmarks). SELinux enforcing fügt 1-3 % je nach Last hinzu. Kernel-Audit (auditd) kann 3-8 % je nach Regelanzahl hinzufügen.
Für typische Workloads (Web, Datenbanken, ML) ist die Auswirkung vernachlässigbar. Für HFT-Trading sollte ein nicht gehärteter Stack bevorzugt werden.
Wie werden Updates gehandhabt?
Harvester verwendet Fleet + Elemental für atomare Upgrades (OS + K8s + Operatoren in einer Transaktion). Signierte Bundles werden über OCI-Registry verteilt. Automatisches Rollback bei Fehler.
Compliance-seitig löst jedes Upgrade einen erneuten OpenSCAP-Scan aus, um zu bestätigen, dass der Score ≥ 95 % bleibt.
Gibt es kommerziellen Support?
Noch nicht. Hardpipe ist ein Forschungs-/Demonstrationsprojekt. Bei Interesse an einer Partnerschaft (Hoster, Integrator, Sicherheitsberatung) kontaktieren Sie uns über Gitea.